Private Altersvorsorge: Auf den richtigen Inhalt kommt es an!

Derzeit herrscht Unruhe beim Thema Altersvorsorge. Viele Versicherer müssen ihren Kunden mitteilen, dass die private Altersvorsorge nicht die noch vor einem Jahr prognostizierte Rendite abwerfen wird. Besonders in der Lebensversicherung besteht akuter Handlungsbedarf. Das Geld wird in vermeintlich sichere Anlagen investiert. Berücksichtigt man die jährliche Inflation, kann diese Anlageform real eigentlich nur Verluste mit sich bringen. Hinzu kommen die Verwaltungskosten der Versicherungsgesellschaften.

beste-private-altersvorsorgeDie konservative Geldanlage bei der Altersvorsorge ist zum einen auf die Risikoaversion der Anleger zurückzuführen. Zum Zweiten hängt es mit der in der Finanzbranche vorherrschende Definition von Risiko zusammen. „In der der Finanzbranche wird Risiko mit Volatilität gleichgesetzt“, so Frank Naab, Leiter des Portfoliomanagements im Private Banking des Bankhauses Metzler.

Altkunden können sich immer noch über hohe Garantiezinsen von bis zu vier Prozent freuen. Für Neukunden liegt der Garantiezins heute allerdings nur noch bei 1,75 Prozent. Zudem wird dieser Zins nur auf den Sparanteil – also den Sparbeitrag nach Kosten – gewährt. Je mehr „Altlasten“ mit vier Prozent Garantiezins eine Gesellschaft im Bestand hat, desto geringer der absehbare Überschuss für Neukunden. Der Stern betitelt die Lebensversicherung bereits als „Schrumpfanlage“. Dies liegt auch daran, dass Versicherer ihr Geld meist in festverzinsliche Papiere anlegen (müssen), die kaum Zinsen bringen. Deutsche Staatsanleihen gelten als sicher und sind daher als Vorsorgeinstrument beliebt, obwohl sie derzeit bei einer Laufzeit von zehn Jahren gerade mal 1,2 Prozent Zinsen abwerfen.

Aktien, die vor allem bei langer Laufzeit weitaus gewinnbringender sein können, gelten jedoch aufgrund ihrer Schwankungsbreite und der vergangenen Börsenkrisen im Volksmund als unsicher. Daher scheuen viele diese Anlageform. Auch Regulierungsbehörden verbieten den Gesellschaften, größere Teile des Vermögens in volatile Aktien anzulegen. Dieses Denken stößt nicht überall auf Zustimmung: „Angenommen, der Wert eines Papieres sinkt jeden Monat um fünf Prozent, dann hat dieses nach diesem Verständnis kein Risiko, da keine Schwankungen vorhanden sind“, so Frank Naab vom Bankhaus Metzler. „Würde der Wert eines Papieres jedoch in einem Monat um 20 Prozent steigen, im Folgemonat um fünf Prozent sinken und danach wieder um acht Prozent steigen, so würde es als sehr risikoreich beurteilt werden, da es starken Schwankungen unterliegt. Allerdings hätte der Anleger hier viel Gewinn erwirtschaftet, während er bei ersterer Anlageform starke Verluste einzubüßen hätte.“

Die Risikoaversion führt dazu, dass deutsche Lebensversicherer Aktienanlagen innerhalb der letzten zehn Jahre von 30 Prozent auf heute drei Prozent reduziert haben. Gesetzlich zulässig ist eine Aktienquote von maximal 20 Prozent. Privatpersonen investieren statistisch gesehen ihr Geld am häufigsten in Tagesgeldkonten. Zurzeit bringen diese im Schnitt 0,7 Prozent Zinsen – pro Jahr! Ein Anstieg des Zinsniveaus in den nächsten Jahren ist nicht sehr wahrscheinlich. Zudem wurde der Leitzins durch die EZB erst kürzlich auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent abgesenkt.

Selbst die Notenbanken investieren ihre Devisenreserven laut eines Insiderberichts zum Großteil nicht mehr in Anleihen, auch sie bevorzugen mittlerweile die Anlage in Aktien. Grund hierfür ist, dass viele Unternehmen jährlich drei bis fünf Prozent des aktuellen Kurses als Dividende ausschütten. Investoren erhalten dementsprechende Renditen und haben die Chance auf Kursgewinne. Die Angst vor Kursverlusten ist zwar berechtigt, allerdings haben viele Unternehmen heute so hohe Gewinne, dass die Aktienkurse eigentlich zu niedrig ausfallen. Kursverluste sind dadurch nicht ausgeschlossen, erfahrungsgemäß gleichen sie sich langfristig aber wieder aus. Unterm Strich hat sich in den letzten Jahrzehnten die Aktienanlage immer mehr gelohnt als die Anlage in festverzinsliche Papiere. Und das auch bei deutlich höherem Zinsniveau.

Da in der Regel auch der Aufbau der Altersvorsorge langfristig ausgerichtet ist, sollte man bei der Ausrichtung der Anlageform besonders gründlich sein. Schließlich geht es um die Vorsorge für das Alter. Für sicherheitsorientierte Anleger gibt es inzwischen auch bei aktienbasierten Anlageformen verschiedene Sicherungsmechanismen, die das Anlagerisiko nach unten begrenzen. Innovative Vermögensverwalteransätze erwirtschafteten in jüngster Vergangenheit hohe Renditen bei sehr begrenzter Volatilität. Andere Gesellschaften bieten die Anlage in Sachwert-Fonds, um der drohenden Inflation zu begegnen. Natürlich kann die Strategie im Laufe der Zeit an geänderte Rahmenbedingungen angepasst werden. Sollte z. B. das Zinsniveau steigen, ist eine Umschichtung in Geldmarktfonds mit festverzinslichen Wertpapieren möglich.

Wird die Anlageform nicht überdacht, so werden sich viele Privatanleger im Alter verwundert feststellen, dass nur ein Bruchteil des ursprünglich erwarteten Betrages erwirtschaftet wurde. Wir empfehlen: Überprüfen Sie regelmäßig (mindestens einmal pro Jahr) den Kern Ihrer Altersvorsorge. Gerne sind wir Ihnen bei der Überprüfung Ihrer Anlage behilflich.

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